Auf der Suche nach einer verantwortlichen Entwicklung für die Pauluskirche und für den Standort am Taunusplatz in Mannheim-Waldhof

Die Pauluskirche hat eine wahrlich „bewegte“ Geschichte: Ursprünglich stand sie in der Neckarstadt-West direkt am Neckar. Als dort der Patz für die wachsende Zahl der Gläubigen zu eng wurde und deshalb eine größere Lutherkirche geplant und realisiert wurde, hat man die Pauluskirche abgebaut - und Stein für Stein in den Stadtteil Waldhof transportiert und dort wieder aufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zerstört und erneut aufgebaut. Inhaltlich wurde die Pauluskirche im Jahr 2005 von der Gemeindekirche zur Mannheimer Jugendkirche.
 
Inzwischen geht es um nichts weniger als den Fortbestand dieser Kirche. 2019 hat die Synode der Evangelischen Kirche in Mannheim den „Kirchenmasterplan“ beschlossen: Wegen zurückgehender Mitgliederzahlen und deshalb sinkenden Kirchensteuereinnahmen und gleichzeitig eklatant steigender Bau-, Erhaltungs- und Bewirtschaftungskosten hat die Stadtsynode entschieden, sich von 13 der insgesamt 32 evangelischen Kirchen in Mannheim zu trennen, um die vorhandenen finanziellen Mittel zielgerichtet für den Erhalt der verbleibenden Kirchen einsetzen zu können. für die 13 Kirchen wird jeweils ein neues Nutzungs- und Finanzierungskonzept gesucht, damit sie jeweils erhalten bleiben können.
 
Die Pauluskirche gehört zu diesen 13 Kirchen, von denen wir uns trennen werden. Ausschlag dafür gibt vor allem der erhebliche Sanierungsstau, der 2018 mit damals 1,5 Mio. Euro beziffert wurde. Da wir all unsere Mittel für den Erhalt der bleibenden Kirchen benötigen, können keine finanziellen Ressourcen mehr in die Pauluskirche fließen.
 
Zugleich ist es unser Wunsch, das Gebäude zu erhalten und einen Nutzen für Stadtgesellschaft und Stadtteil zu stiften. Wir hoffen, dass das gelingt.
 
Es ist uns bewusst, dass sich viele Menschen mit der Pauluskirche identifizieren und in und mit der Kirche segensreiche persönliche Erfahrungen verbinden. Wir sehen die Sorgen und den Schmerz angesichts der Veränderungen.
 
Deshalb setzen wir alles daran, für die Kirche und den Stadtteil eine bestmögliche Lösung zu finden, die das Miteinander auf dem Waldhof fördert, den Menschen weiterhilft und damit in Kontinuität zum Auftrag der Kirche steht. 
 
Dekan Ralph Hartmann